Ausstellung Zeichnung & Druckgrafik

05.07.2024 | 06:09 von Bernd Glier

Ausstellungseröffnung von Bernd Glier im Rathaus Panketal am 13.05.2024

Rede von Reinhard Jacob zur Ausstellungseröffnung

Werte Anwesende, wir sind hier versammelt, um uns zu begegnen und uns anregen zu lassen und zu staunen. Zu sehen sind Zeichnungen und grafische Arbeiten von Bernd Glier. Radierungen und Zeichnungen. Die Radierung ist dem Kupferstich vergleichbar und verwandt, einer alten Tiefdrucktechnik. Mit einem Werkzeug wird in eine Platte graviert, die Gravuren werden mit Farbe gefüllt und die Oberfläche eventuell blank gerieben. Angefeuchtetes Papier wird aufgelegt und beim Durchlauf durch eine Presse wird die Farbe aus dem Vertiefungen gezogen und das Bild erscheint.

 

Es gibt viele technische Abwandlungen, aber das Zeichnen mit der Stahlnadel in Metall ist die unmittelbarste und ganz aus dem Impuls kommende, formende Tätigkeit. Die Zeichnung ist dem Schreiben verwandt. Fixierung des Gesehenen, Erdachten, Gefühlten, Erlebten. Spontan, auch flüchtig, aber auch präzise ausgeführt. Vielfältig in den verwendeten Materialien oft eher einfach mit Stift und Kreide. Entscheidend sind bei Radierung wie Zeichnung der Impuls und der Wille, etwas mit bildnerischen Mitteln zu sagen. Bernd Glier arbeitet mit beiden Medien beziehungsweise Techniken.

 

Er wurde in Berlin geboren und hat in jungen Jahren wichtige Impulse an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, unter anderem bei Karl Krug, einen allseits verehrten Meister der Radierung, erhalten und dort Werkstatt-Erfahrung gesammelt. Einer Lehre als Maschinenbauer folgte ein Ingenieurstudium. An der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee erwarb er ein Diplom als Formgestalter und ist seit 40 Jahren im weiten Gebiet des Industrie Designs tätig. Gestaltung ist dienende Arbeit. Die Kunst aber ist die Tochter der Freiheit ! Und beide Pole, beide Bereiche bestimmen und bestimmten die Tage und Jahre von Bernd Glier. Die hier versammelten Arbeiten - Zeichnungen und Grafiken sind, pars pro toto, aus den Zeiten.

 

Oft sind Erlebnisse der Ausgang, dann aber auch expressive Erfindungen, leise oder laut, auch verrätselt und verschlüsselt. Poetische Titel können Zugang ermöglichen oder ihn erleichtern. Aber auch nur die Wahrnehmung der Kontraste, Strukturen, Tönungen können zum Erlebnis werden. Es können sich komische, heitere, aber auch tragische Empfindungen einstellen. Denn der Macher, der Zeichner und Radierer, ist auch ein Wegweiser ins Eigene des Betrachters. Auf der Grundlage des Erlebten, Gedachten, Geformten des Bildners. Die Dinge wollen betrachtet, angeschaut werden. Und je nach Betrachter wird die Reflexion, also die Spiegelung im Eigenen unterschiedlich sein. Und das soll auch so sein. Mit diesen wenigen Worten ist die Ausstellung hiermit eröffnet. Was das auch immer heißt ! Reinhard Jacob Mai 2024 

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